Citazioni |
 |
[…] bleiben die lautlichen Bedingungen eines Lautgesetzes, mögen sie wie immer beschaffen sein, im Laufe der Zeiten konstant? Ich will darauf ohne weiteres mit einem Beispiel antworten. Einem gallo-vulgärlat. 'ā' […] entspricht neufranz. 'e' […] also 'chef', 'fève', 'pré', 'tel', 'mer', 'nez', 'ème', 'lène' = 'caput', 'faba', 'prato', 'tale', 'mare', 'naso', 'amat', 'lana'. Der folgende Konsonant erscheint hier also ganz gleichgültig, nicht aber im Altfranzösischen (das sich noch in der heutigen Orthographie widerspiegelt): 'chef' usw. jedoch 'áime', 'láine'. Wenn nun vor 'm' und 'n' 'ā' durch 'ai' zu 'e' geworden ist, kann dies nicht auch vor den anderen Konsonanten geschehen sein? Und wenn man ursprünglich 'chaif', 'faive', 'tail',' mair' sagte, so ist wiederum für eine etwas jüngere Periode 'chaif',' faive', 'tel',' mer' denkbar, so dass in Beziehung auf die Monophthongierung des aus 'a' entstandene 'ai' verschiedene Bedingungsstufen vorliegen würden. - Schuchardt (1885), a pag.61
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