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Diese beiden Funktionen, die ideationale und die interpersonale, mögen hinreichend umfassend erscheinen; und im Kontext einer instrumentellen Betrachtungsweise von Sprache sind sie es. Aber es gibt eine dritte Funktion, welche ihrerseits instrumentellen Charakter im Hinblick auf die beiden gennanten hat, wodurch es der Sprache sozusagen möglich wird, den an sie gestellten Anforderungen zu genügen; ich werde sie die Textfuntion nennen, da sie mit dem Entstehen von Text zu tun hat. Sie ist eine sprachinterne Funktion, und deshalb wird sie gewöhnlich nicht berücksichtig, wenn die Untersuchungsgegenstände außerhalb der Sprache liegen; sie wurde jedoch speziell in den Arbeiten der Prager Schule, in denen Bühlers Vorstellungen im Rahmen einer Sprachtheorie weiterentwickelt wurden, mit dem Begriff „funktional“ verbunden (vgl. Ihre Termini „funktionale Syntax“, „funktionale Satzperspektive“). Durch diese Funktion schafft die Sprache Verbindungen zwischen sich selbst und der Situation; und ein Gespräch wird möglich, weil der Sprecher oder Schreiber einen Text hervorbringen und der Hörer oder Leser ihn verstehen kann. Ein Text ist eine operationale Spracheinheit, so wie ein Satz eine syntaktische Einheit ist; er kann gesprochen oder geschrieben, lang oder kurz sein; als spezielle Sorte sind literarische Texte eingeschlossen, ob Haiku oder ein Homerisches Epos. Der text und nicht irgendein Über-Satz ist die relevante Einheit für Stiluntersuchungen; dies ist eine funktional-semantische Konzeption, nicht durch Umfangsangaben definierbar. Und deshalb ist die „Text“ funktion nicht auf das Herstellen eines Gefüges von Beziehungen zwischen Sätzen begrentzt; sie hat es gleichermaßen mit der internen Strukturierung des Satzes zu tun, mit seiner Bedeutung als einer inhaltlichen Größe sowohl für sich selbst als auch in Beziehung zum Kontext. (pp.116-117) - Halliday (1975) [...] gibt es noch eine dritte Makro-Funktion, die „textuale”, die die Voraussetzung erfüllt, daß Sprache operational relevant sein sollte – daß sie im realen Situationskontext eine Struktur haben sollte, die eine „lebende” Mitteilung von einem bloßen Grammatik- oder Lexikoneintrag unterscheidet. Diese dritte Komponente liefert den verbleibenden Strang des Bedeutungspotential, der in das Gewebe der sprachlichen Struktur eingewoben werden muß. (pp.38-39) - Halliday (1975)
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