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[...] erfüllt die Sprache das, was man eine 'interpersonale' Funktion nennen könnte. Es handelt sich um etwas ganz anderes als das Ausdrücken von Inhalten. Hier benutzt der Sprecher die Sprache als das Mittel, mit dem er selbst sich in ein Gespräch einfügt: zum Ausdrücken seiner Meinungen, seiner Einstellungen und Bewertungen und auch der Beziehung, die er zwischen sich und dem Hörer aufbaut – insbesondere der von ihm eingenommenen komunikationsrolle des Informierens, Fragens, Begrüßens, Überredens und änlichem. Die interpersonale Funktion subsumiert demnach sowohl die Ausdrucksform als auch die Appellfunktion, die im linguistischen System eigentlich gar nicht trennbar sind; um ein Beispiel zu geben: die Bedeutungen von „I do not know“ [ich weiß nicht] (Ausdruck) und „you tell me“ [sag du es mir] (Appell) sind zu einem einzigen semantischen Merkmal verbunden, nämlich der Frage, typischerweise in der Grammatik durch ein Interrogativum ausgedrückt; das Interrogativum ist gleichzeitig sowohl Ausdruck als auch Appell. Die kommunikativen Rollen insgesamt sind insofern einzig unter den sozialen Beziehungen, als sie allein durch die Sprache geschaffen und aufrechterhalten werden. Aber das interpersonale Element der Sprache geht über das hinaus, was wir für ihre rhetorischen Funktionen halten. Im weiteren Zusammenhang muss die Sprache zum Herstellen und Aufrechterhalten aller zwischenmenschlichen Beziehungen dienen; sie ist das Mittel, mit dem soziale Gruppen integriert werden und mit dem das Individuum identifiziert und in seiner Individualität bestärkt wird. Da die Persönlichkeit von Interaktionen abhängig ist, welche ihreseits durch Sprache vermittelt werden, ist es meiner Ansicht nach für gewisse literarische Formen von Bedeutung, daß die „interpersonale“ Funktion sowohl interaktional als auch personal ist: es gibt mit anderen Worten in der Sprache eine Komponente, die dazu dient, die inneren und die äußeren Eigenheiten des Individuums gleichzeitig auszudrücken in einem einzigen undifferenzierten Bereich eines Bedeutungspotentials, welches im weitesten Sinne personal ist. (pp.115-116) - Halliday (1975) [...] die Makro-Funktion, die wir hier „interpersonal” nennen wollen; sie verkörpert all den Sprachgebrauch, der soziale und personale Beziehungen ausdrückt, einschließlich aller Formen der Sprechereinmischung in die Redesituation und den Sprechakt. (p.38) - Halliday (1975)
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